Projekt Mamakarzinom

Als Bildhauerin und Körperabformerin mit dem Blick auf den Menschen ist es mir immer wieder ein Bedürfnis, die Menschen mit all ihren Facetten darzustellen.

Was ist schön? Was ist hässlich? Es liegt doch immer im Auge des Betrachters. Dennoch sind wir ein Wunderwerk der Natur. Wir besitzen diese wunderbare Gabe, zu fühlen, zu lachen, zu weinen und kreativ zu sein, wenn es darum geht, Träume und Ziele zu verwirklichen. Für mich selbst gibt es kein hässliches Lebewesen, weil alles, das lebt, es wert ist geachtet zu werden.

In unserer hektischen Zeit wird dies leider viel zu oft vergessen. Der ständige Leistungsdruck macht es uns schwer, über uns und unsere wahren Wünsche und Gefühle nachzudenken. Für echtes Mitgefühl und Unterstützung hinsichtlich unserer Mitmenschen bleibt da oft wenig Raum.
Leider kommt es immer wieder vor, dass uns eine Krankheit aus der Bahn wirft und all unsere Träume wie eine Seifenblase zerplatzen lässt.

Es gibt Krankheiten die sichtbar oder auch weniger sichtbar sind.  Besonderes Augenmerk habe ich hier auf die Diagnose Mammakarzinom gerichtet. Diese Erkrankung ist sichtbar und gleichzeitig nicht sichtbar. Frauen wissen, wovon ich spreche.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Nicht nur ältere Frauen sind davon betroffen, sondern auch junge Frauen. Dem Leidensdruck, den diese Frauen ausgesetzt sind, ist enorm und wird leider immer noch viel zu wenig Beachtung geschenkt. Für viele ist es immer noch ein Tabu-Thema, über das man nur mit vorgehaltener Hand spricht. Mitmenschen reagieren oft beschämt, entsetzt und können damit nicht umgehen.
Nur Frauen, bei denen diese Diagnose festgestellt wurde, können beschreiben, wie sehr sie unter dieser schweren Krankheit leiden. In meinem eigenen Familien- und Freundeskreis wurde diese Diagnose bestätigt und es hat mich sehr betrübt, wie abgestumpft die Menschen um die betroffene Person doch sind.

Geplant ist eine Wanderausstellung durch NRW 2013. Hierbei stehen Kliniken und Bereiche im Gesundheitswesen im Vordergrund.

Ich suche Frauen, die sich – natürlich völlig anonym – bereit erklären, sich in meinem Atelier abformen zu lassen. Aus diesen Abformungen wird eine ein Kunstwerk geschaffen, das verdeutlichen soll, dass die Frau auch nach einer OP noch Frau ist. Die Abformungen werden hochwertig veredelt.

Darüber hinaus ist ein Buch über diese Thematik geplant.  Hier sollen betroffene Frauen über folgende Punkte berichten:

  • Die ersten Tage nach der Vermutung eines Mammakarzinoms
  • Leben nach der Diagnose Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Die OP und die Therapie
  • Die Familie
  • Die Freunde
  • Das Berufsleben
  • Den Alltag bewältigen
  • Hilfe und Unterstützung

 „Eine Frau bleibt eine Frau, denn es ist diese wunderbare Seele, die sie ausmacht.“